Lehmann - Architektur- und Sachverständigenbüro

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Feuchte und Schimmel

Schimmelpilz:

Schimmelpilze, die sich in Wohnungen ansiedeln, können nicht nur zu Schäden am Gebäude führen, sie stellen auch immer eine Gesundheitsgefährdung für die Bewohner dar. Von ca. 120 bekannten Schimmelpiltzarten, die sich in Wohngebäuden ansiedeln, gelten ca, 10 % als besonders giftig. Ein Schimmelpilzbefall muss deshalb grundsäzzlich saniert werden, was immer bedeutet, dass auch seine Ursachen beseitigt werden müssen. Auch wenn Schimmelpilzsanierung immer eine lösbare Aufgabe ist, so sind die Ursachen doch so vielfälltig und komplex, dass eine Sanierungsstrategie immer nur im Einzelfall in Kenntnis der Umstände festgelegt werden kann.

Ursachen der Schimmelpilzbildung:

Pilze produzieren zur Fortpflanzung Sporen. Diese Sporen sind mikroskopisch klein, mit bloßem Auge nicht zu erkennen und verteilen sich durch Luftbewegung. Damit sich Pilze entwickeln können, brauchen die Sporen einen kohlenstoffhaltigen Untergrund als Nahrung, und eine Mindestmenge an Feuchtigkeit.
In Wohnräumen finden Schimmelpilze auf und in organischen Materialien eine gute Nahrungsgrundlage. Diese sind vor allem Papier, Holzwerkstoffe und Textilien. Hat sich Schimmelpilz erst einmal angesiedelt, wächst er und vermehrt sich. Wird er dabei gestört, versucht er sein Überleben durch übermäßige Produktion von Sporen zu sichern.

Ursachen von Feuchtigkeit:

Im und am Haus gibt es immer Feuchtigkeit in Form von:

  • Regen
  • Grundwasser
  • Trinkwasser im Leitungsnetz

Diese Feuchtigkeit darf grundsätzlich nicht ins Mauerwerk gelangen.
Einen wesentlichen Einfluss auf die Feuchte im Haus haben die Bewohner selbst. Durch die gewöhnliche Nutzung eines Gebäudes produziert ein vierköpfiger Haushalt durchschnittlich ca. 12 Liter Feuchtigkeit pro Tag. Dies entspricht täglich einem Eimer Wasser. In der Woche sind das ca. 84 Liter, also gut eine halbe Badewanne voll. Diese Wassermenge wird so nicht wahrgenommen, da sie dampfförmig in der Luft vorliegt. Da kalte Luft weniger Wasserdampf aufnehmen kann als warme Luft, kondensiert ein Teil der Luftfeuchtigkeit an kalten Oberflächen über denen sich die Luft abkühlt. Kalte Stellen im Wohnraum sind deshalb besonders für Schimmelpilzbewuchs anfällig.

Maßnahmen bei Schimmelbefall:

Schimmelpilzbefall in Wohnräumen ist grundsätzlich ein lösbares Problem - wenn man richtig vorgeht. Zur richtigen Vorgehensweise gehört, den Schimmelpilz als ein ernst zu nehmendes Problem zu begreifen. Ohne eine Analyse lässt sich nicht sagen, welche Gesundheitsgefahren von einem speziellen Exemplar ausgehen. Daher sollten Sie kein Risiko eingehen, sondern strikt nach den folgenden Grundsätzen vorgehen:

1. Vermieter einschalten:

Der Mieter ist verpflichtet, den Vermieter über den Schimmelpilzbefall zu informieren.
Schimmelpilzbefall hat leider oft die Eigenschaft einen Konflikt zwischen Mieter und Vermieter zu erzeugen. Damit die Situation nicht eskaliert sollten beide Parteien miteinander reden, um die Ursachen des Schimmelbefalls zu finden und eine angemessene Sanierung einzuleiten. Die Ursache des Schimmelbefalls muss auf jeden Fall gefunden werden.

Diese Aufgabe kommt dem Sachverständigen zu, der dann auch zu einer Konfliktlösung beitragen kann.

2. Sachverständigen einschalten:

Leider kann niemand allein durch in Augenscheinnahme Schimmelpilze an Bauteilen sicher bestimmen. Daher ist es unumgänglich einen Spezialisten einzuschalten.
Eine Diagnose woher die Feuchtigkeit kommt, die den Schimmelpilz zum Wachsen brachte, ist in der Regel nicht ganz einfach. Der Sachverständige stellt mittels moderner Messmethoden die Ursache des Schimmelpilzbefalls fest und entwickelt das weitere Vorgehen, einschließlich der Sanierung. Eine Faustregel besagt: Je länger der Schimmelpilz wachsen konnte, das heißt je älter er ist, um so größer ist das Risiko, dass er eine hohe Gesundheitsgefahr birgt. 

3. Sanierung durchführen:

Bei Schimmelpilzbefall ist grundsätzlich eine Sanierung erforderlich. Art und Umfang der Sanierung wird vom Sachverständigen nach dem vorgefundenen Schadensfall individuell festgelegt. Die alleinige Verwendung von Schimmelabtötungsmitteln bringt nur einen kurzen Erfolg. Die meisten dieser Mittel enthalten Stoffe, die auch für den Menschen gesundheits-gefährdend sind. Auch das alte Hausmittel Essigessenz fördert Schimmelpilzwachstum mehr als es ihn hemmt. Ein einfaches Überstreichen ist nur eine kosmetische Maßnahme. Ohne eine fachgerechte Sanierung mit Beseitigung der Ursachen, werden immer wieder Sporen die existierende Feuchtigkeit nutzen, um sich zu Schimmelpilzen zu entwickeln.
Bearbeiten Sie den Pilz nicht mit Bürste, Schleifpapier, Fön oder Staubsauger. Dadurch verteilen Sie die Sporen in großem Umfang in der Wohnung. Eine dauerhafte Schimmelpilzsanierung gelingt nur, wenn alle Ursachen für den Schimmelpilzbefall dauerhaft beseitigt werden.